ILA-Aufbau trotzt Wind und Wetter

Die kleine brandenburgische Gemeinde Selchow erwacht derzeit aus ihrem Dornröschenschlaf. Am Ortsausgang, direkt an den künftigen BER angrenzend, entsteht auf dem Berlin ExpoCenter Airport eine regelrechte Messestadt. Das ILA-Projektteam und die Kolleginnen und Kollegen von ES planen und errichten ein 250.000 Quadratmeter großes Ausstellungsareal, das sogar eine Flächenerweiterung auf das Schönefelder Flughafengelände mit einschließt. Zusammen mit vielen versierten Dienstleistungsunternehmen hat hier ab Mitte März trotz heftigem Schneetreiben, Wind und nasskalter Witterung der Aufbau für das Unternehmen „ILA 2018“ begonnen. Bis zur Eröffnung am  25. April müssen alle Herausforderungen an Technik, Sicherheit und Logistik dieser hochtechnisierten Luftfahrtmesse gemeistert sein. Während der Messelaufzeit arbeiten hier täglich 6.000 Menschen, die die „ILA“ in die richtige (Flug)bahn lenken sowie den Service und die Sicherheit auf dem Gelände gewährleisten.

Die Herausforderungen an die ILA sind gewaltig und nicht mit normalen Großmessen unterm Funkturm zu vergleichen. Der Ort Selchow verfügt beispielsweise über eine Verkehrsinfrastruktur, die auf die 173 Einwohner des Ortes ausgelegt ist. Während der fünf Veranstaltungstage muss ein Verkehrskonzept greifen, das die möglichst reibungslose An- und Abreise von mehr als 150.000 Besuchern regelt. Von einem eigenen ILA-Tower aus werden die ILA-Flugbewegungen eingetaktet und überwacht und mit dem gesamten Flugverkehr über Deutschland koordiniert. 3.000 Medienvertreter werden in bildstarken Reportagen über fliegende Taxis, emissionsfreie Flugzeuge, revolutionäre Raketentriebwerke, Drohnen aus dem Drucker und natürlich zahlreiche Welt- und Deutschlandpremieren in der Luft berichten. Unser Protokoll wird auf Hochtouren laufen – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn so mancher Kilometer muss bei den erwarteten hochrangigen Delegationen aus Wirtschaft und Politik zu Fuß zurückgelegt werden.

Bis zum ILA-Start müssen die verschiedenen Gewerke noch mächtig ranklotzen. Zusätzlich zu den drei bestehenden Messehallen werden weitere 17 Zeltbauten mit einer Grundfläche von insgesamt 17.000 Quadratmetern und einer Größe von 30 bis 8.500 qm aufgebaut. Insgesamt 170 Container werden aufgestellt, davon 35 Einheiten bis zu 4-fach gestapelt für den ILA Tower. Für die exklusive Betreuung der VIPs werden 32 Chaleteinheiten mit Terrasse an der flight line positioniert. Und damit jeder weiß, wie er um Selchow herum zur ILA kommt und wo es auf dem Gelände lang geht, werden rund 19.000 Meter Zäune und Gitter gestellt. Wie eng die Gemeinde Selchow übrigens mit der ILA verbunden ist, zeigt die dem Ort zugewandte Außenfassade der Halle 6. Dort ist die Geschichte des Ortes mit seinen markanten Bauwerken von einem lokalen Kunstmaler verewigt.