100 Jahre ILA


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Die Mutter aller Luftfahrtmessen feiert ein besonderes Jubiläum: Die älteste Luftfahrtmesse der Welt wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.
 
Die erste ILA im Jahr 1909 in Frankfurt/Main dauerte 100 Tage
Seit 1992 internationaler Branchentreff in Berlin/Brandenburg
 
Im Jahre 1909 als Internationale Luftschiffahrt-Ausstellung (ILA) zum ersten Mal in Frankfurt am Main veranstaltet, blickt die Traditionsmesse mittlerweile auf ein Jahrhundert Messe-Geschichte zurück. Von 1912 bis 1928 faszinierte die Luftfahrtschau die Besucher in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine über 30-jährige ILA-Geschichte auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen. 1992 kehrte die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung nach 64 Jahren Abwesenheit wieder an ihren ursprünglichen Standort in Berlin/Brandenburg zurück und feierte ihr viel beachtetes Comeback in den Kreis der großen internationalen Messeereignisse der Branche.
 
Seitdem findet sie alle zwei Jahre auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld statt, dem zukünftigen Single Airport Berlin Brandenburg International (BBI). Für eine Woche präsentiert die weltweite Aerospace-Industrie die gesamte Palette an aktuellen und künftigen Produkten und Dienstleistungen aus der Luft- und Raumfahrttechnologie. Rund 100 Messe begleitende Konferenzen und Workshops machen die ILA zu einem Ort für Spitzenbegegnungen der Politik, Wirtschaft, Verteidigung und Forschung. Über 300 Fluggeräte aller Größen und Kategorien werden am Boden und in der Luft präsentiert. Vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V. (BDLI) veranstaltet und von der Messe Berlin GmbH durchgeführt, bildet die ILA am Standort Berlin/Brandenburg die Luft- und Raumfahrt umfassend im Rahmen einer internationalen Fach-, Konferenz- und Publikumsmesse ab. Gleichzeitig bietet die ILA wie keine andere europäische Aerospace-Messe den Zugang nach West-, Mittel- und Osteuropa.
 
 
Wiege der Luftfahrt in Berlin/Brandenburg
 
Der lange Weg der ILA begann am Anfang des letzten Jahrhunderts, mit der Durchführung der ersten Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (ILA) im Jahre 1909. Stand die erste ILA noch im Zeichen der Zeppeline, so hatte das Zeitalter der Flugzeuge bereits 1891 mit dem ersten Flug Otto Lilienthals vom brandenburgischen Windmühlenberg begonnen. Lilienthals Gleitflüge bildeten die Grundlage für die Entwicklung der Luftfahrt, die bis zum heutigen Tag nichts von ihrer Dynamik verloren hat. Gleichzeitig förderten die Pionierleistungen der mutigen Piloten und die einsetzende Entwicklung im Flugzeugbau auch Initiativen, die neuesten Errungenschaften der Fliegerei einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Durchbruch gelang den Frankfurter Stadtvätern. Sie schafften es, erstmals eine Internationale Luftfahrt-Ausstellung in Deutschland auszurichten. Die erste ILA dauerte vom 10. Juli bis 17. Oktober 1909 rund 100 Tage und war nicht nur die erste eigenständige Luftfahrtmesse der Welt, sondern auch die erste internationale Plattform für die flugtechnische Kommunikation in der noch jungen Luftfahrt. Wenige Wochen später öffnete die Luftfahrtmesse in Le Bourget am 25. September 1909 erstmals ihre Tore. Was im Sommer 1909 von den ILA-Veranstaltern in Frankfurt/Main nach nur einem Vorbereitungsjahr der faszinierten Bevölkerung und Fachwelt präsentiert wurde, war ein umfassender Überblick über den Stand des Luftschiffbaus und der Flugtechnik in Deutschland.
 
Gezeigt wurden Luftschiffe der Konstrukteure Zeppelin, Parseval, Clouth und Ruthenberg sowie Ballone und vieles andere. „Flugapparate und deren Modelle“ waren indes noch in der Minderheit. „Wie förderlich die ILA dem Luftfahrtgedanken war, ging auch daraus hervor, dass zahlreiche Personen sich zu Freiballonfahrten entschlossen, die bis dahin solche für bessere Seiltänzerei hielten“, schrieb der Luftfahrtpionier Georg von Tschudi später in seinen Erinnerungen. Star der Ausstellung war ein Flugzeug der Gebrüder Wright, das von Schauflügen in Berlin für eine Woche nach Frankfurt geholt wurde. Als „deutsche Hoffnung“ galt der Doppeldecker des Flugzeugkonstrukteurs August Euler. Bilanz der ersten ILA: 500 Aussteller sowie eineinhalb Millionen Besucher. Und sie präsentierte sich schon damals auch als Business-Messe: „Bei der ILA ging es allein ums Geschäft“, notierte Orville Wright in einem Brief.
 
Im Anschluss an die erste ILA schlossen sich im April 1910 auf Anregung von August Euler zahlreiche Flugvereine zum deutschen Flieger-Bund zusammen. Ein Jahr später wurde in Frankfurt am Main der Verein Deutscher Flugzeugindustrieller gegründet. Damit war auch die direkte Verbindung zwischen der ILA und dem späteren Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI) hergestellt, die bis heute Bestand hat. Die Geschichte Berlin-Brandenburgs ist seit Lilienthals ersten Flugversuchen immer wieder mit Entwicklungen der nationalen und internationalen Luftfahrt verknüpft. Nicht von ungefähr fand daher die Nachfolgeveranstaltung der ersten ILA an der „Wiege des Menschenfluges“ statt.
 
 
Verkaufsschlager „Gelber Hund“
 
1912 bot die ALA (Allgemeine Luftfahrtausstellung) in Berlin in diesem historischen Umfeld eine Leistungsschau deutscher Flugtechnik. Erstmals überwogen die Flugzeuge; man sah sieben Luftschiffe, aber über 25 Flugapparate. Während der Eröffnungsfeier umkreiste der damals 26-jährige Luftfahrtpionier Hellmuth Hirth im Flugzeug die Hallen; nicht einmal zehn Jahre sind seit den ersten Motorflügen vergangen. Alle bekannten Flugzeugwerke der damaligen Zeit waren in Berlin präsent. Ein Highlight: August Eulers Doppeldecker „Gelber Hund“, an dem nach kürzester Zeit bereits ein Schild angebracht wurde mit der Aufschrift: „An einem Tage achtmal verkauft“. Großes Aufsehen erregte Rumplers Tauben-Limousine, das Modell eines Verkehrsflugzeuges für drei Passagiere mit voll verkleideter Kabine. Weitere Attraktion: ein von Prinz Friedrich Sigismund von Preußen selbstkonstruierter Eindecker mit einem besonders haltbaren Fahrgestell. Viel beachtet wurde auch der von Dr. Fritz Huth hergestellte zigarrenförmige Eindecker-Rumpf, der ganz aus Metall bestand.
 
 
1928: „Oktoberfest“ unterm Funkturm
 
Fast 20 Jahre nach der ersten ILA und zehn Jahre nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland erneut eine Internationale Luftfahrtausstellung: im Oktober 1928, wieder in Berlin. Zu dieser Zeit feierte die Öffentlichkeit noch begeistert die erste Ost-West-Überquerung des Atlantischen Ozeans mit einer Junkers W 33 „Bremen“ mit der Besatzung Köhl, von Hünefeld und Fitzmaurice. Durch dieses Ereignis wurde auch die amerikanische Öffentlichkeit auf die Leistungen der deutschen Luftfahrttechnik aufmerksam und entsprechend groß war der Andrang zur ILA ’28 auf dem Messegelände am Kaiserdamm in Berlin. Veranstalter war der Reichsverband der Deutschen Luftfahrtindustrie in Verbindung mit dem Ausstellungs-, Messe- und Fremdenverkehrsamt der Stadt Berlin. Unter dem zwei Jahre zuvor errichteten Berliner Funkturm präsentierte sich in drei Ausstellungshallen die Luftfahrtindustrie aus 19 Ländern. Rund 150 Flugzeuge, viele Triebwerke und nahezu alles, was mit der Fliegerei zusammenhing, konnte vom 7. bis 28. Oktober 1928 von Publikum und Fachwelt bestaunt werden. Alle deutschen Flugzeughersteller von Rang und Namen zeigten ihre neuesten Entwicklungen, vom leichten Sport- und Schulflugzeug BFW M 21 bis zum viermotorigen Dornier Superwal. Die „Deutsche Luft Hansa“, mit mehr als 150 Maschinen damals die größte Fluggesellschaft der Welt, kam ebenfalls zur ILA und warb für die Vorzüge des Luftverkehrs. Eine besondere Attraktion der ILA 1928 war ein Sternflug von 40 Flugzeugen mit dem Ziel Berlin-Tempelhof, auf dem damals 21 der gestarteten Maschinen tatsächlich dann auch landeten.
 
 
1932: Sportliche Aspekte des Fliegens im Mittelpunkt
 
Vier Jahre später widmete sich die Deutsche Luftsport-Ausstellung (Dela) des Jahres 1932 in Berlin intensiv den sportlichen Aspekten des Fliegens. Die Ausstellerliste las sich wie das Who is Who der deutschen Luftfahrtunternehmen: Focke-Wulf, Heinkel, Klemm, Messerschmitt – alle waren nach Berlin gekommen. Zu sehen waren unter anderem die Studie eines „Flugautos“ (konstruiert von Ludwig und Mertens) mit einem klappbaren dreiteiligen Windmühlenflügel. Außerdem zeigte man das „Wochenendflugzeug der Zukunft“ - ein Flugboot mit einer geräumigen Kabine und einem „im Fluge wartbaren Triebwerk, das zur Verbesserung der Startleistung durch eine Flüssigkeitsrakete ergänzt wird“. Höhepunkt der Ausstellung: 100 Flugzeuge aus allen Teilen Deutschlands starteten zum „großen Dela-Flugtag mit Flugzeugrennen“ auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof. Es war für lange Zeit die letzte große Luftfahrtausstellung in Deutschland. Während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft gab es keine ILA.
 
 
Neuanfang in Hannover-Langenhagen
 
Als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg 1955 seine Lufthoheit zurückbekam, war der Grundstein für eine „Internationale Reiseflugzeugschau“ gelegt, die 1957 im Rahmen der Industriemesse auf dem Flughafen Langenhagen gezeigt wurde. Sie war der Vorläufer einer mehr als dreißigjährigen ILA-Tradition in Hannover. Wesentlichen Anteil am Zustandekommen der Schau des Jahres 1957 hatte der luftfahrtbegeisterte Industrielle Hary von Rautenkranz – er trieb das Projekt energisch voran. Zwar fanden sich auf der Ausstellerliste nur 17 Namen. Trotzdem wurde die Schau ein Erfolg: 24 Maschinen waren zu bestaunen; rund 20.000 Besucher wurden an den vier Messetagen gezählt. Und es wurden Geschäfte gemacht: „In einem geräumigen Besprechungszelt hatten die teilnehmenden Flugzeugfirmen bzw. deren Repräsentanten ihre Besprechungskojen. Hier herrschte ein außerordentlich lebhaftes Kommen und Gehen“, hieß es in einem Messebericht. Man beschloss, ab jetzt jedes Jahr eine Luftfahrtausstellung zu veranstalten – der Weg für die Nachkriegs-ILA war bereitet.
 
Ende der 1950er Jahre wünschte sich die wieder erstarkende deutsche Luftfahrtindustrie ein Forum, das über die reine Reisefliegerei hinaus reicht. Deshalb rief der BDLI, der 1955 als Nachfolger des Reichsverbandes der Deutschen Luftfahrtindustrie gegründet wurde, im Jahr 1958 parallel zur Deutschen Industrie-Messe die „Sonderschau Luftfahrtgerät, Luftfahrtausrüstungen und -zubehör“ ins Leben. 54 Firmen kamen auf den Flughafen Hannover-Langenhagen. Die Deutschen präsentierten 13 nach dem Krieg entstandene Sport- und Reiseflugzeuge, zwei Segler sowie den Fouga Magister, den ersten aus deutscher Lizenzproduktion stammenden Düsentrainer für die Luftwaffe. Ausländische Aussteller brachten 15 Sport- und Reiseflugzeuge nach Hannover. Und die Firma Autoflug machte mit der Vorführung eines Schleudersitzes auf sich aufmerksam.
 
 
Ab 1959: „Deutsche Luftfahrtschau“
 
Die Ausstellung des Jahres 1959 wurde von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, dem „Vater der sozialen Marktwirtschaft“, eröffnet. Sie hieß von nun an „Deutsche Luftfahrtschau“. Wer sie besuchte (und zwei D-Mark Eintritt bezahlte), konnte 16 deutsche Sport- und Reiseflugzeuge – zum Beispiel die Dornier Do 27 und die RW 3 von Rhein-Flugzeugbau – bewundern, außerdem 15 ausländische Maschinen wie die italienische Falco F8L und die amerikanische Helio H 391B „Courier“. Dennoch blieben etliche große Firmen der Schau fern. Offenbar genügte sie noch nicht den Ansprüchen aller Unternehmen.
 
1960 schaffte die „Deutsche Luftfahrtschau“ den Durchbruch. „Alle Erwartungen hat der Erfolg der deutschen Luftfahrtschau in Hannover übertroffen“, meldete die Deutsche Presse-Agentur. Reise- und Sportflugzeughersteller, militärische Luftfahrt, Hubschrauberproduzenten, Triebwerksbauer, Ausrüster: 170 Firmen aus acht Ländern – und mehr als 100.000 Besucher – kamen nach Hannover. Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Strauß bestritt den Eröffnungsrundgang. Über 50 Reise- und Sportmaschinen wurden auf der Messe verkauft. 2.000 Starts und Landungen zählte man beim Vorführungs- und Kunstflugprogramm. Unermüdlich stieg der Strahlkampfeinsitzer Lockheed F-104 „Starfighter“ in den Himmel hinauf, nahezu täglich kreiste eine Boeing 707 der Lufthansa über der Piste. Nach der Ausstellung entschloss sich der BDLI, die Messe alle zwei Jahre alternierend mit dem Pariser Aérosalon durchzuführen.
 
1962 festigte sich der Erfolg der „Deutschen Luftfahrtschau“. Die Veranstalter freuten sich über 237 Aussteller aus neun Ländern; man registrierte rund 175.000 Besucher. Während auf dem Freigelände die Sport- und Reisefliegerei den Ton angab, lag der Schwerpunkt in den Hallen auf der Militärluftfahrt. Auch die aufstrebende Raumfahrt nahm breiten Platz ein – so wurden Modelle für die dritte Stufe der Satellitenträgerrakete Black Prince gezeigt, deren Entwicklungsarbeiten später in die Ariane-Rakete einflossen.
 
1964 wuchs die „Deutsche Luftfahrtschau“ weiter: 280 Aussteller aus 15 Nationen präsentierten ihre Produkte – und mehr als 100 Flugzeuge. Durch den Bau einer dritten Halle stand ein Drittel mehr überdachte Ausstellungsfläche zur Verfügung. Der „deutsche Senkrechtstarter“ VJ 101 (VJ steht für „Versuchs-Jäger“) feierte seine Premiere; das Experimentalflugzeug des Entwicklungsring Süd fand international große Beachtung. Auch der HFB 320 Hansajet der Hamburger Flugzeugbau GmbH, das erste deutsche, in Serie gebaute Verkehrsflugzeug mit Strahlantrieb, konnte ausgiebig bestaunt werden. Raumfahrt-Interessierte stießen auf ein Modell der späteren europäischen Trägerrakete Ariane im Maßstab 1:2, die damals noch Europa 1 heißt.
 
Gemeinschaftsstände des französischen Luftfahrtindustrieverbandes und des britischen Luftfahrtministeriums ließen 1966 erahnen, dass die europäische Luftfahrtbranche in Zukunft mehr als bisher zusammenarbeiten wird. 94 der „modernsten und interessantesten Flugzeuge der Welt“, so hieß es in einem Zeitungsbericht, waren 1966 in Hannover versammelt: Zum Beispiel der „Skyservant“ von Dornier, ein Mehrzweck-Arbeitsflugzeug für Transport- und Sonderaufgaben, oder der neue Militärtransporter C-160 Transall. Als besondere Attraktion kündigten die Veranstalter tägliche Formationsflüge der französischen, italienischen und britischen Luftwaffe an.
 
Unbestrittener Star der Schau des Jahres 1968 war Dorniers Experimentalflieger Do 31 E. Das weltweit einzige Transportflugzeug, das dank seiner schwenkbaren Triebwerke senkrecht starten und landen konnte, wurde in Hannover vor staunendem Publikum vorgeflogen. Nicht minder spektakulär geriet die Vorführung des ebenfalls senkrecht startenden Aufklärungs- und Kampffliegers VFW-Fokker VAK 191 B.
 
1970 – und damit zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg – kam die Sowjetunion mit zwei Fluggeräten nach Hannover: Die Russen zeigten den Kamow KA-26, einen leichten Mehrzweckhubschrauber mit zwei gegenläufigen Dreiblattrotoren; außerdem die Jakowlew Yak-40, einen dreistrahligen Kurzstrecken-Passagierjet. Insgesamt reisten knapp 460 Aussteller aus 14 Ländern nach Hannover. Im Flugprogramm begeisterte der englische Senkrechtstarter Hawker Siddeley „Harrier Mark 1“. Und: Erstmalig wurden 1970 auch unbemannte Fluggeräte für zivile und militärische Sondereinsätze präsentiert.
 
Die Attraktion des Jahres 1972 war das Überschall-Passagierflugzeug des russischen Konstrukteurs Tupolew. Seine Tu-144 blieb während der gesamten Ausstellung in Hannover – die britisch-französische Concorde gab dagegen nur ein eintägiges Gastspiel. Im Flugprogramm sorgte die MBB Bo 105, der erste in der Bundesrepublik in Serie hergestellte Mehrzweckhubschrauber, für helle Aufregung: Ein Testpilot flog mit ihm nacheinander drei Loopings – so etwas war sonst nur mit Propeller- und kleinen Düsenmaschinen möglich. Insgesamt strömten 200.000 Besucher zur Luftfahrtschau – neuer Rekord in Hannover.
 
1974 feierte die Deutsche Luftfahrtschau etliche Premieren: zum Beispiel die des europäischen, unter maßgeblicher deutscher Beteiligung gebauten Großraumflieger Airbus A300. Auch der in deutsch-französischer Koproduktion von Dornier und Dassault-Breguet entwickelte Jettrainer Alpha-Jet stellte sich zum ersten Mal vor. Wie leistungsfähig die deutsche Luftfahrtindustrie geworden war, bewies ein anderer stark beachteter Debütant: das Kurzstrecken-Strahlverkehrsflugzeug VFW-Fokker VFW 614. Bei Demonstrationsflügen zeigte Testpilot Leif Nielsen, was in dem kompakten Jet steckt. Nach einem raschen steilen Start tauchten in rund 400 Metern Höhe an beiden Seiten der Maschine plötzlich der Airbus A300 und eine Fokker F 28 auf. Die Zuschauer hielten den Atem an. Deutsche Kompetenz in der Raumfahrt demonstrierten zwei originalgroße Mock-Ups des Weltraum-Labors Spacelab, das man für den Einsatz im US-Space Shuttle konzipierte.
 
Dagegen richtete sich 1976 das Besucherinteresse vor allem auf den neuen Mehrzweckkampfflieger Panavia Tornado, von dem gleich zwei Maschinen gezeigt wurden. Seine brillanten Flugvorführungen begeisterten die Zuschauer. Oldtimer-Freunde beglückte Dornier mit dem zweimotorigen Kolbenmotorjäger Do 335A-02: Man hatte das Flugzeug mit der markanten Heck-Luftschraube aus den USA zurückgeholt und in mühevoller Arbeit restauriert. Neben einer Junkers F.13 und einer Messerschmitt Bf 108 Taifun ließen sich auch ein Exemplar des legendären roten Dreideckers Fokker Dr. 1 bewundern.
 
 
ILA firmiert seit 1978 unter ihrem Traditionsnamen
 
50 Jahre nach der ILA des Jahres 1928 bekam die Luftfahrtschau ihren Traditionsnamen zurück: seit 1978 heißt sie wieder ILA. Parallel wurde die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung vom Termin der Hannover-Messe losgelöst, was ihr mehr Eigenständigkeit brachte. Bundespräsident Walter Scheel begutachtete persönlich die neuesten Entwicklungen in Hannover: Zum Beispiel das Projekt LTA („Light Transport Aircraft“) eines neuen Zubringer-/Mehrzweckflugzeugs mit Propellerturbinenantrieb und einem Tragflügel Neuer Technologie (TNT) von Dornier. Am Flughafen Braunschweig sammelten sich knapp 60 Sportflieger, die von dort zur letzten Etappe eines ILA-Sternflugs starteten. Zum großen ILA-Flugtag am 4. Mai kamen fast 51.000 Menschen. Insgesamt zählten die Veranstalter 230.000 Besucher sowie 352 Aussteller aus 13 Ländern: Die alte und neue ILA war ein voller Erfolg.
 
364 Aussteller, Besuche großer Delegationen aus der UdSSR und der Volksrepublik China, ein umfangreiches Tagungsprogramm: 1980 nahm die Bedeutung der ILA weiter zu. Der riesige Transporter Lockheed C-5 Galaxy und das AWACS-System der NATO zogen das Publikum in den Bann. In der Zivilluftfahrt machte Dornier mit den Turboprop-Projekten E-1 (spätere Do 228-100) und E-2 (spätere Do 228-200) auf sich aufmerksam. Viel Beachtung fand auch der Vielzweck-Hubschrauber BK 117, der einem Joint-venture von MBB und Kawasaki aus Japan entstammt.
 
1982 eröffnete mit Bundeskanzler Helmut Schmidt erstmals ein deutscher Regierungschef die ILA. Er erlebte unter anderem die Welturaufführung des verkürzten Airbus-Großraumfliegers A310. Premiere feierten auch der Businessjet Diamond I von Mitsubishi Aircraft International und der Commuter T-1040 aus dem Hause Piper. Besonders eindrucksvoll geriet wieder einmal die Vorführung der Kunstflugstaffel der Patrouille de France, die mit acht Alpha Jet-Jägern die Tricolore an den Himmel über Hannover malte.
 
Publikumsmagnet der ILA des Jahres 1984 waren – wieder einmal – die Schauveranstaltungen. Dabei faszinierten Motorkunstflüge und Formations-Fallschirmspringen ebenso wie das Können fünf verschiedener Kunstflugstaffeln. Eine der größten technischen Attraktionen knüpfte an uralte Ideen an: Die Gyroflug Ingenieur-Gesellschaft präsentierte mit der zweisitzigen „Speed-Canard“ ein sogenanntes Entenflugzeug, das auf den ersten Blick herkömmlichen Vorstellungen von Flugzeugen zu widersprechen scheint. Dabei benutzten schon die Gebrüder Wright anno 1903 einen „Entenflügler“ – ein Flugzeug mit weit vorn angebrachten zusätzlichen Tragflächen, die verbesserten Auftrieb garantieren.
 
1986 stand die ILA im Zeichen eines deutsch-chinesischen Projekts: MBB unterzeichnete in Hannover einen Vertrag mit der Volksrepublik China über den gemeinsamen Bau eines Regionalverkehrsfliegers. Der 75-Sitzer MPC-75 sollte mit Propfan-Triebwerken, Computersteuerung und Tragflächen aus Kunststoff ausgerüstet werden. Gebaut wurde er jedoch nie. Große Aufmerksamkeit erregte auch die erste quattronationale Präsention des „Jäger 90“: Das neue Jagdflugzeug war mit einem Modell in Originalgröße präsent. Der eigentliche Star der Messe hatte dagegen schon 50 Jahre auf dem Buckel: Mit dem für sie so typischen Dröhnen kreiste die legendäre Junkers Ju-52 mit dem Kennzeichen D-AQUI über Hannover. Erst wenige Tage zuvor war die „Tante Ju“ nach mehr als einjähriger Restauration in ihren neuen Lebensabschnitt gestartet.
 
Auf der ILA 1988 wurde die Deutschland-Premiere des „kleinen“ Airbus A320 für Kurz- und Mittelstrecken ausgiebig gefeiert. Die revolutionäre Elektronik mit der Fly-by-Wire-Steuerung entfachte unter Piloten jedoch erst einmal eine Grundsatzdiskussion. Neues gab es vor allem bei der Sport- und Reisefliegerei: Beechcraft präsentierte mit der Starship den Prototyp seiner neuen Flugzeuggeneration, Ruschmeyer stellte seinen gerade erst fertig gestellten Kunststoff-Viersitzer MF-85 der Öffentlichkeit vor. Zum Besuchermagnet entwickelte sich der Stand der Raumfahrtagentur ESA: Dort thronte ein Modell des europäischen Raumgleiters Hermes in Originalgröße.
 
Im Nach-Wendejahr 1990 zeigten russische Firmen in Hannover viele Innovationen: Tupolew stellte seinen Versuchsträger Tu-155 mit einem Triebwerk vor, das wahlweise mit Wasserstoff oder Methan gespeist werden konnte. Antonow beeindruckte mit seinem riesigen Transporter An-124 „Ruslan“, Iljuschin mit einer mit einem Propfan ausgerüsteten Il-76. Auch heimische Unternehmen machten auf sich aufmerksam; so präsentierte Grob das Aufklärungsflugzeug G 520 Egrett. Es war die letzte ILA in Hannover. Der BDLI entschied, die ILA in die alte und neue deutsche Hauptstadt Berlin zu verlagern und konzeptionell als ein führendes internationales Messe- und Kongress-Event für die gesamte Aerospaceindustrie neu auszurichten.
 
 
Zurück zu den Ursprüngen nach Berlin/Brandenburg
 
Durch die gravierenden politischen und wirtschaftspolitischen Veränderungen in Europa seit dem Fall der Berliner Mauer wurde der Umzug der ILA zurück an ihren historischen Standort möglich. Die ILA ‘92 (15.-21.6) stellte auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld nachdrücklich ihren Anspruch als eine der weltweit wichtigsten Luft- und Raumfahrtausstellungen unter Beweis. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Attraktivität durch den alten und neuen Standort im Herzen eines immer enger zusammenrückenden Europas. Die ILA erhielt als östlichste Luft- und Raumfahrtmesse im Westen und westlichste Messe im Osten eine besondere Drehscheibenfunktion für die Ost-West-Kontakte im Aerospacebereich. 517 Aussteller aus 23 Ländern zeigten 134.281 Besuchern das aktuelle Angebot. So ließ Airbus es sich nicht nehmen, das noch im Flugtestprogramm befindliche Paradepferd des europäischen Verkehrsflugzeugbaus auf der ILA vorzuführen: Gesteuert von den Airbus-Testpiloten Udo Günzel und Bill Wainwright, schwebte der Airbus A340 für drei Tage in Berlin ein. Dornier präsentierte erstmals auf einer Luftfahrtschau seinen hochmodernen 640 km/h schnellen 30-Sitzer Do 328. Zu den ILA-Debütanten gehörten Grobs Geschäftsreiseflieger GF 200 mit Heckschraube ebenso wie der Turboprop Jetstream 41 von British Aerospace. Maschinen der GUS-Streitkräfte wie die Suchoi Su-24 oder die MiG-29, aber auch Tornado-Kampfflugzeuge der Luftwaffe beeindruckten im Flugprogramm, das seit dem Ramstein-Unglück 1988 strengsten Auflagen unterliegt.
 
Die geschäfts- und marktorientierte Ausrichtung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung führte bei der ILA ‘94 (28.5-5.6) zur Entwicklung des „ILA means business“-Konzepts. Dies umfasste neben der eigentlichen Fachausstellung der nationalen und internationalen Industrie mit 422 Aussteller aus 27 Ländern ein umfangreiches Konferenzprogramm ebenso wie das weltweit einzigartige East/West Aerospace Center, das bei der ILA ‘94 ins Leben gerufen wurde. Für Fachbesucher aus Osteuropa wurde eigens ein Ost-West-Shuttle aus Moskau eingerichtet, mit dem sie an einem Tag nach Berlin und wieder zurück reisen konnten. Gleichzeitig bot die ILA mit dem Slogan „Airlebnis ILA“ den 141.000 Besuchern ein ausgesprochen publikumsattraktives Informations- und Showprogramm. So zeigte das russische Konstruktionsbüro Mjasischtschew sein Höhenforschungsflugzeug M-55 Geofisika erstmals im Westen. Die Lufthansa brachte ihr neuestes Fluggerät, den Airbus A321, nach Schönefeld. Insgesamt waren beim „Airlebnis ILA“ 252 verschieden Fluggeräte zu bewundern. Wem auch das noch nicht genügte, der konnte in der Aktionshalle Raumfahrt dank optischer Tricks den Landeanflug eines Raumschiffs auf Mars oder Venus erleben. Traurige Randnotiz: Bei einem Sicherheitsabnahmeflug für das Flugprogramm am Vortag der ILA-Eröffnung kam der russische Pilot Alexander Viatkin ums Leben. Sein Tod führte zur Gründung der Stiftung Mayday, die seit dem in Not geratene Luftfahrer und deren Angehörige unterstützt.
 
Mit der Rekordbeteiligung von 578 Ausstellern aus 30 Ländern zeigte die ILA ‘96 (13.-19.5) die gesamte Palette von Produkten und Dienstleistungen aus der Luft- und Raumfahrttechnologie. Das breitgefächerte Konferenzprogramm beinhaltete 59 Kongresse nationaler und internationaler Veranstalter. Das East/West Aerospace Center bewährte sich erneut als Katalysator für das Ost/West-Geschäft. Mit 240 Fluggeräten am Boden und in der Luft präsentierte die ILA das auf vergleichbaren Messen größte Angebot. Zu sehen war zum Beispiel der Airbus A300-600 ST „Beluga“: Der riesige Transporter mit einem Ladevolumen von mehr als 45 Tonnen dominierte das Freigelände, auf dem es vor allem am Wochenende vor Menschen nur so wimmelte. Der Eurofighter EF 2000 wurde erstmals bei einer Luftfahrtausstellung in einem Demonstrationsflug vorgeführt. Messepremiere feierten zudem der Airbus A319 und der neue NATO-Mehrzweckhubschrauber NH 90. Insgesamt strömten 216.500 Besucher, darunter 75.000 Fachbesucher, 1996 zum Ausstellungsgelände auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld.
 
Mit 825 Ausstellern aus 32 Ländern, über 226.000 Besuchern (davon 82.000 Fachbesucher) sowie 278 Fluggeräten war die ILA ‘98 (18.-24.5) die bis dahin größte und teilnehmerstärkste Veranstaltung. Eigentlich kein Wunder, denn sogar im All wurde für sie geworben: Bei der Space Shuttle-Mission STS-89 im Januar 1998 begrüßte NASA-Astronautin Bonnie Dunbar nach dem Andocken der Raumfähre Endeavour an die MIR-Station ihre russischen Kollegen mit einer ILA-Flagge. Am Boden bestätigte die ILA ihren Stellenwert als zentraler Marktplatz für alle Geschäftsfelder der Luft- und Raumfahrt, unter anderem auch mit der Bekanntgabe und Unterzeichnung von Geschäftsabschlüssen in zweistelliger Milliardenhöhe. Star des Flugprogramms war der riesige Militärtransporter C-17 von Boeing. Mehr als 50 Konferenzen wies das ILA-Kongressprogramm auf. Die Sonderausstellung „50 Jahre Berliner Luftbrücke“ würdigte die nach wie vor größte Lufttransport-Operation aller Zeiten in einer 1.500 Quadratmeter großen Sonderhalle. Das Highlight für Raumfahrt-Fans schließlich war ein begehbares Modell des europäischen Raumlabors COF (Columbus Orbital Facility) im Maßstab 1:1.
 
Spektakuläre Geschäftsabschlüsse, mehr Fachbesucher aus dem In- und Ausland und ein starker Publikumsansturm: Die ILA2000 (6.-12.6) erfüllte mit richtungsweisenden Entscheidungen in der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie die hohen Erwartungen der Branche und bot dem privaten Publikum mit einem Flugprogramm der Spitzenklasse die gesamte Faszination des Fliegens. Bei dreieinhalb Fachbesuchertagen strömten insgesamt 212.000 Besucher auf das Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld. Bereits zur Messe-Halbzeit bilanzierten die Aussteller Verträge und Optionen im Gesamtwert von über 50 Milliarden DM. Damit stellte die ILA2000 ihre Rolle als wichtiger europäischer Handelsplatz für die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie eindrucksvoll unter Beweis. Mit einer Rekordbeteiligung von 941 Ausstellern aus 38 Ländern zeigte die ILA sieben Tage lang neben 316 Fluggeräten Produkte, Systeme und Dienstleistungen aus der gesamten Luft- und Raumfahrttechnologie. Im Flugprogramm begeisterte die Kunstflugstaffel Patrouille de France, außerdem der noch nie da gewesene US-Tarnkappenbomber Lockheed F-117 Nighthawk. Dass bedeutende Innovationen in der Luft- und Raumfahrt nicht immer groß und spektakulär sein müssen, bewies die Innovint Einrichtungs GmbH. Die Hamburger Firma präsentierte auf der ILA eine Weltneuheit, die nur 6,5 Kilogramm wog: den ersten Kindersitz für Passagierflugzeuge.
 
Mit Geschäftsabschlüssen und Kooperationsvereinbarungen in Milliardenhöhe, 1.067 Ausstellern aus 41 Ländern, 102.680 Fachbesuchern aus dem In- und Ausland und der Gesamtzahl von 215.150 Besuchern bestätigte die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA2002 (6.-12.5) erneut ihren Stellenwert als wichtiger europäischer Handelsplatz für die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie. Ein neuer Rekord von 340 angemeldeten Fluggeräten und ein Flugprogramm der Spitzenklasse rundeten das Bild ab. Airbus stellte mit der A340-600 und der neuen A318 sein größtes und kleinstes Modell vor, erstmals war in Berlin das russische Amphibienflugzeug Berijew Be-200 zu begutachten. Und wo bekommt man auf einer Luftfahrtschau überhaupt noch ein Luftschiff zu sehen, und das auch noch im Flug? Im ILA-Flugprogramm schwebte mit dem 75 Meter langen Zeppelin Neuer Technologie (Zeppelin NT) schwebte das größte und modernste Luftschiff der Welt über einem staunenden Publikum. Rund 60 Messe begleitende Konferenzen - darunter politische Leitveranstaltungen wie der "XIX. International Workshop on Global Security and the War on Terrorism", die Airbus-Ministerkonferenz und der "1. Internationale Parlamentariertag" unterstrichen den Kompetenz- und Qualitätsgewinn der ILA. Als Besuchsziel politischer Prominenz, angeführt von Bundeskanzler Gerhard Schröder, unterstrich die Fachmesse ihre Bedeutung als Plattform einer strategischen Schlüsselindustrie. Rund 3.400 Journalisten aus 70 Ländern berichteten von den Ereignissen auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung.
 
Ganz im Zeichen der Osterweiterung der NATO und der Europäischen Union stand die ILA2004 (10.-16.5.), die von einer zuversichtlichen Stimmung hinsichtlich der Branchenentwicklung geprägt war. 201.500 Besucher wurden an den vier Fach- und drei Privatbesuchertagen registriert, darunter 105.200 Fachbesucher. Die ILA2004 wurde von so vielen hochrangigen Delegationen wie noch nie besucht. Bundeskanzler Gerhard Schröder, die Bundesminister Wolfgang Clement (Wirtschaft), Peter Struck (Verteidigung), Edelgard Bulmahn (Forschung) und Manfred Stolpe (Verkehr), der Koordinator der Bundesregierung für die deutsche Luft- und Raumfahrt, Ditmar Staffelt, sowie 120 Abgeordnete aus 22 europäischen Ländern wurden auf der Luftfahrtausstellung begrüßt. Insbesondere Spitzenrepräsentanten aus den neuen EU- und NATO-Ländern nutzten die ILA2004 zum Informationsaustausch. So beteiligten sich am „International Workshop on Global Security“ auch die Verteidigungsminister aus Bulgarien, Georgien, Litauen, Ukraine und der Türkei. Die vier für das Airbus-Programm zuständigen Minister aus Frankreich, Großbritannien, Spanien und Deutschland trafen sich zur Airbus-Ministerkonferenz. Die Luftwaffenchefs aus 19 europäischen Ländern, die in Deutschland akkreditierten Botschafter sowie die NATO-Botschafter aus Brüssel, die in Deutschland akkreditierten Militärattachés sowie zahlreiche wirtschaftspolitische Delegationen aus vielen europäischen Ländern, Nordamerika und Fernost informierten sich ebenfalls auf der ILA2004. Auf 65 Konferenzen erörterten rund 6.000 Fachleute aus allen Geschäftssegmenten der Luft- und Raumfahrt aktuelle Fragestellungen. 987 Aussteller aus 42 Ländern zeigten auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld sieben Tage lang die aktuelle Palette an Produkten und Dienstleistungen aus der Luft- und Raumfahrttechnologie. 331 Fluggeräte, darunter etliche Premieren, wurden am Boden und in der Luft präsentiert – zum Beispiel der neue russische Mittelstreckenjet Tupolew Tu-334 mit Platz für 100 Passagiere. Erstmals als Serienflugzeug kam der Eurofighter EF 2000 im Jahr 2004 auf die ILA.
 
Die ILA2006 endete mit einem eindrucksvollen Besucherrekord. Mehr als 251.000 Besucher wurden vom 16. bis 21. Mai registriert, darunter 115.000 Fachbesucher. 1.014 Aussteller aus 42 Ländern zeigten erstmals bei einer Laufzeit von sechs Messetagen Produkte, Systeme und Verfahren aus allen Bereichen der Aerospace-Industrie. Im Mittelpunkt des Interesses stand der Airbus A380, das größte jemals gebaute Verkehrsflugzeug der Welt, das täglich am Boden und in der Luft präsentiert wurde und die Publikumsmassen wie nie zuvor in seinen Bann zog. Die US-Luftwaffe beeindruckte mit dem mächtigen Langstreckenbomber Boeing B1-B Lancer, und Embraer aus Brasilien brachte zum ersten Mal seinen Businessjet Legacy 600 nach Deutschland. Neben Bundeswirtschaftsminister Michael Glos besuchten Verteidigungsminister Franz-Josef Jung, Innenminister Wolfgang Schäuble, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Kanzleramtsminister Dr. Thomas de Maizière sowie die Regierungschefs von Brandenburg und Berlin, Matthias Platzeck und Klaus Wowereit, die ILA2006. Mehrere ausländische Minister besuchten die Messe mit hochrangigen Delegationen und unterstrichen die internationale Bedeutung der ILA2006. Dazu zählten vom Partnerland Russland der Katastrophenschutzminister Sergei Schoigu, der niederländische Verteidigungsminister Henk Kamp, der griechische Verteidigungsminister Evangelos Meimarakis, der französische Verkehrsminister Dominique Perben, der slowenische Verteidigungsminister Karl Erjavec, der albanische Verteidigungsminister Fatmir Mediu sowie der ukrainische Industrieminister Volodymyr Shandra. Darüber hinaus wurden auf der ILA2006 70 Parlamentarier aus 17 europäischen Ländern begrüßt. Partnerland der ILA2006 war Russland mit der größten Präsentation aller auf der ILA2006 vertretenen internationalen Beteiligungen. Unter anderem zeigten die Russen das Jagdflugzeug MiG 29M-OVT mit extremer Manövrierfähigkeit – was Pilot Pawel Wlassow mehrfach am Himmel über Berlin demonstrierte. 4.100 Medienvertreter aus 70 Ländern berichteten umfassend über die fachlichen Schwerpunkte sowie die Publikumsattraktionen der ILA2006.
 
Die ILA2008 hat sich vom 27. Mai bis 1. Juni als eindrucksvolle Leistungsschau einer Hochtechnologiebranche und als wahrer Publikumsmagnet präsentiert. Mit rund 241.000 Besuchern wurde das Rekordniveau der ILA2006 in etwa erreicht (250.000). Rund 120.000 Fachbesucher informierten sich über die Angebote auf dem mit 250.000 Quadratmetern größten temporären Messegelände Deutschlands sowie bei den mehr als 100 Messe begleitenden Konferenzen über aktuelle Trends. Geschäftsabschlüsse und Kooperationsvereinbarungen in Höhe von mehr als fünf Milliarden Euro wurden im Verlauf der Messe verkündet, darunter der bislang größte jemals auf einer ILA bekannt gegebene zivile Flugzeugauftrag für 35 Airbus-Maschinen an die Gulf Air (Bahrain) in Höhe von 3,2 Milliarden Euro. Mit der Rekordbeteiligung von 1.127 Ausstellern aus 37 Ländern wurden sechs Tage lang Produkte, Systeme und Verfahren aus allen Bereichen der Aerospace-Industrie gezeigt. 331 Fluggeräte aller Größen und Kategorien wurden am Boden und in der Luft vorgestellt, darunter zahlreiche Premieren. Das Partnerland Indien nutzte den größten Auftritt auf einer Aerospace-Messe außerhalb des Landes zur Sondierung von Geschäftsanbahnungen und zur Darstellung seines Leistungsspektrums – etwa mit einer kunstvollen Flugvorführung seiner „Sarang“- Hubschrauber. Eröffnet wurde die ILA2008 von Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Ein zentrales Thema der Messe waren Innovationen, die einen spürbaren Rückgang der vom Luftverkehr verursachten Schadstoffemission ermöglichen. So wurde mit der „Greener Skies Ahead“-Konferenz ein hochrangig besetzter internationaler Fachkongress mit Spitzenvertretern der Flugzeughersteller, der Triebwerksbauer sowie verschiedener namhafter Forschungseinrichtungen durchgeführt. Dass die diskutierten erforderlichen Technologien zum Großteil bereits heute anwendungsreif sind, zeigten die Produkte und Projekte der 24 Aussteller des ILA „Path of Innovation“. Vor allem auch Anwendungen von Brennstoffzellen im Fluggerät, die vollkommen emissionsfrei arbeiten, konnten bei Airbus/DLR sowie Diamond Aircraft/Boeing besichtigt werden. Zum ersten Mal in der Öffentlichkeit wurde im ILA Space Pavillon eine deutsche Industriestudie, ATV-Evolution, für einen bemannten Zugang Europas zum Weltall gezeigt. Im Career Center schließlich fanden Interessierte eine große Kontakt- und Informationsbörse für Berufe in der Luft- und Raumfahrt. Rund 4.300 Medienvertreter aus 70 Ländern berichteten umfassend über die fachlichen und publikumswirksamen Schwerpunkte der ILA2008.
 
Die nächste ILA findet vom 8. bis 13. Juni 2010 auf dem Südgelände des Flughafens Berlin-Schönefeld statt. Sie öffnet dann zum zehnten Mal seit dem Umzug der ILA in die Hauptstadtregion im Jahre 1992 ihre Tore.
 
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